Den Liebsten in den Tod begleiten

#1 von Yvvi , 15.10.2017 12:29

Es gibt wohl nichts schlimmeres, als den Liebsten in den Tod begleiten.
Da sitzt man, hält die Hand, die einen immer gestreichelt hat, flüstert zärtliche Worte, erzählt vielleicht noch von der schönen Zeit die man zusammen hatte und man weiss doch, bald schliesst er die Augen und geht einfach fort, fort, ja wohin eigentlich, in ein Leben, in ein besseres Leben ohne Schmerzen. Für immer und lässt mich allein zurück.
Aber ich habe das Gefühl, er hört alles, er bekommt alles mit, seine Augen sind auf und sie haben einen Glanz, den sie nie hatten, zu der Zeit als er noch gesund war.
Ich weiss, ich bin bald allein und der Schmerz, den man empfindet, bei dem Gedanken, allein ohne dieses geliebte Wesen, das ist einfach entsetzlich und tut unbeschreiblich weh.
Denn dass es ein Leben gibt nach dem Tod, nur für die Seele, das ist gewiss und ich glaube daran.
Und man kann einfach nichts tun, man kann ihn nicht festhalten, ich nehme ihn in den Arm, flüstere die Worte die er immer so gern gehört hat, am besten wäre es, mit ihm gehen zu können, wenn ich fest daran glaube, vielleicht klappt es dann.

Oder wie seht ihr das?


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RE: Den Liebsten in den Tod begleiten

#2 von Lilly61 , 15.10.2017 18:29

ja das stimmt das haben wir vor 3 jahren bei meinen papa gemacht und sind alle geblieben bis er friedlich eingeschlafen war. mittags wurde schon die ernährung abgestellt denn mann hatte ja gesehen es geht zu ende. die ärzte hatten mit uns gesprochen schon ein paar tage zuvor und am gleichen tag nochmals


willkommen auf meinen profil und ich freue mich über gästebucheinträge.
Ich bin Lilly61 von Jasbee und auf den Bilder das sind unsere Haustiere


 
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RE: Den Liebsten in den Tod begleiten

#3 von wuffy06 , 16.10.2017 00:32

Ein Leben nach dem Tod, glaube ich nicht als meine Mutter starb war ich 6 Jahre, mein Vater hatte uns bei den Nachbarn untergebracht für 1 Woche, wahrscheinlich wollte er allein Abschied nehmen, für mich war sie einfach weg und ich fragte meine Oma ob wir nun auch sterben würden. Ich träumte damals fast jede Nacht von einen Himmel voller Flieger die Bomben abwerfen und bin immer aus dem Schlaf geschreckt.
Ich weiß bis Heute nicht wie es zu diesen Träumen kam, Fernseher hatten wir zu der Zeit noch nicht und ich selbst habe vorher so was nie gesehen.
Bei meinem Vater war es anders, da hatte ich gemischte Gefühle einerseits Erleichterung und andererseits Schuld, in meinen Armen machte er den letzten Atemzug als ich ihn auf der Couch ein Stück Höher ziehen wollte damit die Schwester mit der Morphiumspritze ran kam. Zum spritzen kam sie nicht mehr.
Bei meiner Schwester hab ich nicht viel empfunden als sie gestorben war, wir hatten uns auseinander gelebt, wir wollten voneinander nichts mehr wissen ,trotzdem fehlt sie mir.
wo ich richtig Rotz und Wasser geheult habe war als mein Hund starb.
Er war immer da wenn ich mal traurig oder krank war nur seine Anwesenheit hat schon ausgereicht, man konnte knuddeln oder mit ihm spielen und dabei Kummer und Sorgen vergessen.


Frohe Weihnachten allen


 
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RE: Den Liebsten in den Tod begleiten

#4 von Yvvi , 16.10.2017 09:41

Da sich die Seele beim Tod vom irdischen Körper trennt, lebt die Seele 4 Wochen in einem Zwischenreich, manchmal merkt der Verstorbene gar nicht, dass er tot ist.
Er denkt, er ist immer noch am Leben und bei seinen Lieben. Erst wenn der Trauernde los lässt, also nicht mehr so viel an ihn denkt, nicht mehr weint, dann wird die Seele frei und sie geht dorthin, wo sie hingehört.
Aber loslassen, das ist so eine Sache, die Zeit kann man einfach nicht vergessen, vielleicht bei Menschen, die sich nicht so sehr gemocht haben, oder da ganz einfach die Seelische Verbindung zwischen trauerndem Lebenden und Totem abreisst.
Täglich knallen bei mir die Glühlampen aber schon mit so einem Knall, das hört sich an wie ein Schuss, dann sind auch die Sicherungen draussen.
Oder der Laptop fährt grundlos plötzlich runter.
Ich habe noch einen PC, der geht genauso am Tage ein und aus, nicht nur der Laptop, aber ich bin froh, weiss ich doch dass mein Liebster bei mir ist und um mich.
Ich denke mal, er passt auf mich auf.
Und irgendwann , wenn es bei mir so weit ist und ich sterbe, bin ich sicher, er wartet auf mich und geht mir entgegen und zusammen gehen wir dann in eine glückliche Dimension, oder Welt, oder Heimat, irgendwohin wo wir wieder glücklich sind.


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RE: Den Liebsten in den Tod begleiten

#5 von Yvvi , 18.11.2017 16:01

Ich glaube, ich werde noch verrückt, sitze auf der Couch, häkle, plötzlich streicht mir jemand übers Haar und es wird kühl im Zimmer, mit einem leichten Windhauch.
Bin selber Schuld, ich befasse mich seit 2 Wochen mit Jenseitskontakten.
Ich habe das auch am Abend beim Fernsehen, dass mir jemand übers Haar streicht.
Angst habe ich keine, im Gegenteil es ist ein schönes Gefühl. Spreche dann immer mit ihm, oder denkst ihr, das ist nicht normal. War immer schon so sensitiv, habe mit meinem Arzt darüber gesprochen, der findet es ganz normal, das ist Trauerarbeit sagt er und es ist gut.
So wird man besser damit fertig.


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RE: Den Liebsten in den Tod begleiten

#6 von nOmaLisa , 18.11.2017 17:52

Hallo Yvvi,
bitte denke nicht, dass ich deine Trauer, die du jetzt durchlebst nicht teile -- habe nur zur Zeit selber Phasen, wo ich denke, ich komme aus dem Trauertal überhaupt nicht raus -- habe Tagebuch geschrieben und wenn ich nachlese, was ich voriges Jahr geschrieben habe, ist es fast wortwörtlich das selbe -- wenn ich mal weiter bin, werde ich dir mal mehr berichten -- evtl. mit einer E-Mail oder auch hier.
Bitte entschuldige, dass ich bis jetzt noch nicht reagiert habe -- an dich gedacht, habe ich die ganze Zeit.

Liebe Grüße


MfG nOmaLisa
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WU DE HASEN HOSEN HASEN UNN DE HOSEN HUSEN HASEN, DO BI IECH DR'HAM !


 
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RE: Den Liebsten in den Tod begleiten

#7 von Yvvi , 19.11.2017 08:40

Aber das ist doch in Ordnung, Tagebuch schreibe ich auch, ist weniger Tagebuch, ist ein sehr langer Brief, an meinen Schatz, ich weiss, dass er ihn liest, oder mir beim schreiben über die Schulter guckt.
Da kannst mal sehen, wie weit ich schon bin.
Ich wünsche dir auch viel Kradt, beim Weitermachen. Mir ist alles egal, lieber heute als morgen zu ihm gehen.
Wünsche dir einen schönen Sonntag und ich habe mich sehr gefreut über deine Zeilen.

l.g.

Yvvi


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Wenn man auf den Tod wartet ( Ein Alptraum)


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